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Schadstoffe in Möbeln: Warum eine geprüfte Qualität für die Sicherheit so wichtig ist
Gesunde Luft im Büro ist mehr als nur eine Frage der Heizung und Belüftung: Auch die Wahl der richtigen Büromöbel kann entscheidend zur Luftqualität beitragen.
Die Ausgasungen von Leimen, Klebstoffen und Kunststoffoberflächen in den Möbeln können das Wohlbefinden beeinträchtigen oder sogar krank machen. Schadstoffe in Büromöbeln sind jedoch keineswegs unumgänglich: Ob und in welchem Maße sie für den Nutzer zur Belastung werden, liegt ganz in der Hand der Hersteller.
Spanplatten gehören zu den Standardmaterialien jeder Büroeinrichtung. Tischplatten, Regale und Schränke bestehen überwiegend aus diesem Material, das mit einer schützenden Kunststoffschicht überzogen ist. Die Platten bestehen zu 90 bis 97 Prozent aus Holzspänen, die unter Zugabe von Bindemitteln verpresst werden. Ökologisch gesehen, sind sie eigentlich viel besser als ihr Ruf: Sie bestehen aus einem nachwachsenden Rohstoff und werden meist aus Rest- und Schwachhölzern hergestellt, die ansonsten kaum verwertet werden könnten.
Ihr dennoch nach wie vor häufig schlechtes Image geht auf die als Bindemittel eingesetzten Leimharze zurück, die früher häufig große Mengen Formaldehyd freisetzten. Diese organische Verbindung ist in den Leimen chemisch eingebaut, kann sich jedoch im Lauf der Jahre abspalten und in die Raumluft entweichen. Formaldehyd kann Atembeschwerden, Hautreizungen und allergische Reaktionen auslösen und steht im Verdacht, krebserregend zu sein.
Wie stark die Belastung der Raumluft durch Formaldehyd aus Spanplatten ist, hängt ganz von der Herstellung der Platten und deren Verarbeitung in den Möbeln ab. So können formaldehydfreie Klebstoffe verwendet werden oder Verbindungen in den Leimharzen, die weniger von der Substanz abgeben. Ein wichtiges Kriterium ist auch, wie gut die Oberflächen der Spanplatten mit Kunststoff verschlossen sind. Eine mit Kunststoff überzogene Fläche gibt sehr viel weniger Formaldehyd frei als eine offene. Besonders kritisch sind dabei ganz offene oder schlecht verschlossene Kanten und Fugen, wie sie gerade in billigen Möbeln häufig zu finden sind.
Durch eine sorgfältige Auswahl der Spanplatten und gute Qualität bei der Fertigung der Möbel könnte sich das Thema Formaldehyd bei Büromöbeln weitgehend erledigt haben. In der Praxis sieht das jedoch noch ganz anders aus: Im harten Preiswettbewerb gehen viele Entscheider und Anbieter wenig sensibel mit diesem Thema um. Da nicht in allen Ländern die gleichen Richtlinien für die gesundheits- und umweltbewusste Herstellung von Büromöbeln gelten, werden teilweise noch heute günstig importierte Spanplatten eingesetzt, die diese Anforderungen nicht erfüllen.
Um dem Einkäufer und Nutzer Sicherheit über die von Möbeln ausgehende Schadstoffbelastung zu geben, hat sich die Landesgewerbeanstalt Bayern (LGA) zur Aufgabe gemacht, Büromöbel auf Schadstoffe zu prüfen. Das Zertifikat "LGA-schadstoffgeprüft" bescheinigt, dass die eingesetzten Spanplatten die Anforderungen des Umweltlabels RAL-UZ 76 erfüllen. Darin sind strenge Grenzwerte für die freiwerdenden Formaldehyd-Mengen festgelegt. Die Platten dürfen zudem nicht mit Holzschutzmitteln behandelt sein und keine Phenole in bedenklichen Konzentrationen freisetzen. Auch muss das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft oder von Althölzern stammen.
Die Zertifizierung der LGA geht es freilich nicht nur um Spanplatten, sondern generell um mögliche Belastungen von Büromöbeln. Die eingesetzten Kunststoffe etwa können belastende Substanzen abgeben, die Polsterkörper von Bürodrehstühlen mit abgasenden Klebern behandelt sein. Die Prüfer der LGA untersuchen die Möbel auf solche Schadstoffe und überprüfen die Einhaltung der Grenzwerte in jährlichen Abständen.
Einer der Büromöbelhersteller, die alle ihre Büroschreibtische, Schränke und Stühle regelmäßig von der LGA überprüfen lassen, ist das Karbener Unternehmen König + Neurath. Zur Philosophie des Unternehmens gehört, schon bei der Auswahl der Materialien auf mögliche Schadstoffemissionen zu achten. Hinzu kommt eine sorgfältige Verarbeitung, die zu niedrigen Emissionen beiträgt und einem gleichbleibenden Standard ermöglicht.
Der Schutz der Umwelt und der Gesundheit der Kunden und Nutzer seiner Produkte hat bei K + N schon eine lange Tradition: Bereits in den 70er Jahren hat das Unternehmen komplett auf PVC bei der Büromöbelherstellung verzichtet.
Schadstoffe in Möbel, Büromöbel
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